Ich atme tief ein und tauche mit kräftigem Flossenschlag mitten in einen Schwarm Goldstriemen hinein.

Einige Meter begleite ich sie, bis mir die Luft ausgeht. Von der Wasseroberfläche beobachte ich, wie die Fische ihre ursprüngliche Formation einnehmen und sofort wieder a nfangen, den Meeresboden abzugrasen. Von so einer komischen Schnorchlerin lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Recht so! Auch eine Gruppe von grauen und bunten Papageifischen nimmt kaum Notiz von mir. Eine Seezunge allerdings, die sich farblich kaum vom Sandboden unterscheidet, hält wenig von meinem Besuch und schwebt pfeilschnell in tiefere Gewässer davon. Hätte ich ihr gar nicht zugetraut!

Eine Stunde schnorcheln in der Bucht ist genug. Zufrieden strample ich zurück zu Felix, schäle mich aus meinem Shorty und genehmige mir eine Dusche. Gerne möchte ich mich noch im Cockpit aufwärmen, leider pfeift heute aber der Wind bis zwanzig Knoten und die Sonne versteckt sich hinter den Wolken. Auch recht, außerdem sollte ich langsam schauen, ob sich aus unseren spärlichen Vorräten noch ein Mittagsmahl zaubern lässt. Es soll ja nichts schlecht werden, darum haben wir in letzter Zeit nicht mehr zu viele frische Lebensmittel gebunkert. Morgen wollen wir nämlich mit Felix in der Marina Caleta del Sebo auf Graciosa festmachen, und am 15. Oktober fliegen wir für ein paar Wochen nach Hause. 29°13N 013°31,7W

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