Das wäre geschafft! Lois gönnt sich ein Nachmittagsschläfchen und ich suche mir im Cockpit eine windgeschützte Ecke für meine tägliche Schreibstunde. Die Fischlaibchen mit Reis und Gurkensalat und der Kaffee zum Abschluss haben sehr gut geschmeckt. Die Zubereitung erforderte allerdings höchste Konzentration und Körperbeherrschung.

Winfried hat uns schon am morgendlichen Funknetz vor der Kaltfront gewarnt. Bald zieht wirklich eine dunkle Wolkenwand über den zuerst strahlend blauen Himmel. In weiser Voraussicht binden wir zwei Reffs ins Großsegel. Der Nordwestwind dreht von einer Minute auf die andere um 180 Grad und legt etwas zu, aber nicht dramatisch. Unangenehm ist nur der hohe, unregelmäßige Seegang, der sich durch die starke nördliche Gegenströmung aufbaut. Felix bewegt sich wie ein störrisches Pferd und wir versuchen, im Sattel zu bleiben.
Mit meiner gestrigen Schwärmerei habe ich es wahrscheinlich heraufbeschworen. Das musste ja so kommen, damit wir nicht übermütig werden und vergessen, wo wir eigentlich sind. Im Zick-Zack-Kurs nähern wir uns Neuseeland. Noch 370 Meilen haben wir vor uns.

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