Es ist schon ein ungewohntes Gefühl. Bewegungslos steht unser Felix aufgebockt in der Peake´s Marina in Trinidad. Beinahe hätten wir wieder "unseren" Liegeplatz bekommen, den wir vor acht Jahren so geliebt haben - durch eine Hauswand abgedeckt von jedem Luftzug und genau über der Senkgrube. Nach energischem Protest hat der Kranführer umgeschwenkt zu einem luftigen Platz mit netter Aussicht. Palmen, orangeblühende Flammenbäume, grüne, kreischende Papageien und kleffende Hunde, vor dieser Kulisse werken wir bei brütender Hitze, um unser Heim wieder stillzulegen.

Viele Arbeiten sind zu erledigen, wie schon oft zuvor in den vergangenen Jahren. Am Bimini gehen die Nähte auf, eine Plane muss angefertigt werden und Sam entfernt mit einem Gehilfen Rostflecken und Schmutzspuren von den Bordwänden. Das Poliermittel wird als Verwitterungsschutz aufgetragen und erst wenn wir zurückkommen abgewischt. Alle Blöcke unter unserem Boot streichen wir mit einer dicken Fettschicht ein, was die kleinen Ameisen abhalten soll.

Am Sonntag fahren wir mit dem Sammeltaxi in die Hauptstadt Port of Spain. Wir bummeln durch die Straßen vorbei an Obst- und Gemüseständen, Unterwäsche- und Zeitungsverkäufern und haben dabei ständig lautstarke, hämmernde Musik in den Ohren, weit entfernt von wohltuendem Karibiksound. Das Rinnsal neben der Straße verbreitet einen üblen Geruch und immer wieder liegen Bettler auf den Gehsteigen. Eine Oase ist der kleine Park mit Springbrunnen, wo zwei ältere Herren in ein Schachspiel vertieft sind. Bei "Mario" genehmigen wir uns eine ausgezeichnete Pizza, bevor wir wieder zur Haltestelle zurückschlendern.

Noch ein paar Tage Marinaleben, dann fliegen wir für einige Monate heim nach Österreich. Wir freuen uns auf das Erwachen der Natur im Frühling und natürlich auf ein Wiedersehen mit Familie und Freunden.

 

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