Am späten Nachmittag gleiten wir um die Nordspitze der Insel und bergen nach 42 äußerst angenehmen Meilen mit südlichem Wind den Spinnaker. In der mit Mangroven, Felsen und Sandstrand gesäumten Bucht im Nordwesten von Orpheus fischen wir uns eine der Bojen, die von der Nationalparkverwaltung bereitgestellt werden, und lassen bei einem perfekten Sundown den Tag ausklingen. Die Sonne blinzelt schon in unsere Kabine, als Lois am Sonntagmorgen für einen Rundumblick die Luke öffnet. "Na so was, alle weg!" Die zehn Boote, mit denen wir uns am Vorabend die Bucht geteilt haben, sind bereits weitergesegelt.

Wir lassen uns das Frühstück schmecken, Müsli und Obst und zusätzlich, wie jeden Sonntag, noch Spiegelei und Kaffee. Kakadus fliegen krächzend am Ufer und ein Seeadler zieht elegant und fast bewegungslos seine Kreise.
Obwohl der Wind gut wäre, bleiben wir heute hier. Gleich ums Eck soll eine Forschungsstation sein, die sich mit der Aufzucht von Riesenmuscheln befasst. Wir montieren den Motor aufs Beiboot und machen uns auf den Weg - aber nicht weit. Schlauerweise haben wir vergessen, auf die Gezeiten zu achten. Das Ufer vor der "Orpheus Research Station" ist mit einem breiten Riffgürtel umgeben, der bei Niederwasser trockenfällt. Eine Mitarbeiterin der Station watet zu uns heraus. Sie begrüßt uns freundlich und möchte uns gerne mehr über ihre Arbeit erzählen und zeigen - nur jetzt sollten wir schnell umdrehen, sonst würden wir bis zum Abend festsitzen. Die 1200 Riesenmuscheln auf Korallenblöcken im Norden der Bucht dürfen wir beim Schnorcheln alleine anschauen, bietet sie an. Im Moment seien keine Krokodile da, sind alle am Festland und die "Box Jellyfish" (mitunter tödliche Quallen) sind Ende Mai auch eher selten. Wir überlegen kurz und lehnen dankend ab.


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