Zwei Tage bleiben wir in der "Marsden Cove Marina" und gewöhnen uns bei aromatischem Espresso und Capuccino an den Gedanken, in Neuseeland angekommen zu sein. So unheimlich weit entfernt war dieses Ziel. Jetzt sind wir tatsächlich da und unterhalten uns ganz locker mit dem Barkeeper, dem Verkäufer im kleinen Geschäft und der Dame in der Rezeption. Dass wir um die halbe Welt gesegelt sind, scheint sie echt zu beeindrucken. Natürlich sind wir damit nicht alleine, schweben aber irgendwie auf "Wolke 7" und kosten dieses Gefühl so richtig aus.

Die Hügellandschaft mit Wiesen und Wäldern entlang der elf Meilen langen Auffahrt zum Stadthafen von Whangarei erinnert uns stark an Österreich. Angestrengt halten wir Ausschau nach unserer Marina, wo wir für Felix einen Platz reserviert haben. Am "Kissing Point" macht der Meeresarm einen scharfen Knick nach links. Kurz davor stehen viele Katamarane an Land und am Ufer entdecken wir das Schild "Norsand Boat Yard". Hier sind wir richtig. Für Donnerstag, den 26. November ist unser Sliptermin vorgemerkt. Wir gehen vor Anker und beobachten die bis zu drei Meter Gezeitenunterschiede. Bei Niederwasser haben wir nicht mehr viel Abstand von den Kielen zum Grund, was aber bei dem Schlick kein Problem ist.
Um 15Uhr30 ist Hochwasser. Wir fahren um 15Uhr ins Becken ein, wo wir von Kevin und seinen Helfern erwartet werden. Felix wird an beiden Seiten mit jeweils drei Leinen fixiert und der Slipwagen zwischen den Rümpfen mit Blöcken angepasst. Slipmaster Kevin arbeitet sehr konzentriert und sorgfältig. Er ist begeistert von den geraden Linien unseres Bootes. Trotzdem dauert es insgesamt drei Stunden, bis Felix zu seinem Standplatz in der Marina transportiert wird.
Abgesehen davon, dass wir zur Toilette einen weiten Weg haben, sind wir von unserem Liegeplatz in der familiär geführten Marina restlos begeistert. Von der "Terrasse" haben wir einen wunderschönen Ausblick und genießen das angenehme Frühlingswetter. Die Woche bis zu unserer Heimreise am 6. Dezember ist ausgefüllt mit den alljährlichen Service- und Reinigungsarbeiten und diversen Erkundungstouren in die Stadt. Anfangs sind wir von der Zivilisation leicht überfordert. Geschäfte, Auslagen, X-Mas-Angebote, Lärm, Menschen kreuz und quer und so viele Autos, die noch dazu links fahren - und da wird behauptet, segeln wäre gefährlich...! Doch im Grunde sind die Kiwis sehr relaxt. Wir finden uns schnell zurecht und treffen ausschließlich nette und hilfsbereite Menschen.

Am Sonntag Abend steigen wir bei lauen Temperaturen ins Flugzeug und werden nach zwanzig + fünf Stunden in den Lüften im kalten Wien landen. Wir freuen uns auf eine schöne Winterzeit mit Familie und Freunden in der Heimat und wollen Anfang März nach Neuseeland zurückkehren.

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