Wind und Wellen bestimmen seit vier Tagen wieder unser Leben. Weit weg ist die australische Zivilisation, aber jeden Tag um die Mittagszeit werden wir daran erinnert. Im Tiefflug braust eine Propellermaschine über uns hinweg. Bald darauf erwacht das Funkgerät. "Felix, Felix, this is Australian Coastwatch." Wo ist das Boot registriert, was war der letzte Hafen und was ist der nächste, wollen sie wissen. Zusätzlich sollen wir noch Auskunft geben über ein Segelboot nördlich von uns, das anscheinend Funkprobleme hat. Sorry, die kennen wir auch nicht. Die nördliche Küste wird streng überwacht und Felix ist inzwischen schon bestens bekannt.

Heute haben wir den Tag besonders gemütlich begonnen. Ein Sonntags-Kapitäns-Geburtstagsfrühstück gehört auch auf hoher See zelebriert. Das sonst übliche Gläschen Sekt ersetzen wir aber lieber mit Orangensaft. Auch ohne Alkohol bewegen wir uns auf dem schwankenden Boot, als hätten wir einen über den Durst getrunken.
In der kommenden Nacht werden wir am Ashmore Riff sein. Bei Dunkelheit wollen wir nicht hineinfahren. Reffen und warten bis es hell wird wäre möglich, aber... der Wind ist gut und bläst beständig mit 15 bis 20 Knoten aus Ost. Also segeln wir wahrscheinlich die knapp 1000 Meilen bis Bali ohne Zwischenstopp unter blauem Himmel und Sternenzelt und genießen unsere kleine Welt.
(PS: die Funkverbindung ist derzeit schwach, daher kurzer Bericht und kein Foto)

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