Um vier Uhr früh trete ich schlaftrunken meine Wache an. Endlich ist der Mond als schmale Sichel aufgegangen und lässt schwach den Horizont und die mit uns rollenden Wellen erkennen. Nur knapp zweihundert Meilen vor Bali und etwa dreißig Meilen südlich der indonesischen Inselkette tauchen die ersten Fischkutter auf, weshalb wir noch aufmerksamer Ausschau halten müssen. Beleuchtet sind die Boote zwar gut, aber AIS (Automatic Identification System), das wir an Bord empfangen könnten, haben sie natürlich nicht.


Gegen sechs Uhr dämmert der Morgen. Orion und seine Freunde verblassen langsam. Nach einem gründlichen Rundumblick gehe ich runter ins Bad. Ich öffne die kleine Luke und beginne meine morgendliche Körperpflege, als mich etwas an der Hand streift und flatternd im Waschbecken landet. Was ist jetzt los? Echt verdutzt brauche ich einige Zeit, um das zappelnde Wesen zu erkennen. Ein fliegender Fisch! Wo kommst du denn her? An Deck landen diese Geschöpfe ja immer wieder einmal, aber genau die offene Luke zu treffen ist eine echte Meisterleistung.


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