Sand, Sand und nochmal Sand - Sandstrand, Dünen, Sandbänke, klares Wasser in allen Schattierungen von türkis bis dunkelblau. Fischer fahren mit Segelbooten jeden Morgen hinaus und legen ihre Netze aus. In einfachen Rundhütten am Strand und weiter im Inneren der Insel leben Familien mit vielen Kindern. Wir fahren an Land und sind gleich umringt von Kindern und Erwachsenen. Mit einigen können wir uns auf Englisch unterhalten, mit den einheimischen Sprachen und Portugiesisch haben wir Probleme. Frische Früchte und Gemüse hätten wir gerne, gibt es aber nicht. Im kleinen Geschäft kaufen wir ein paar Kartoffel, was außer Zwiebel das einzig Frische im spärlichen Sortiment ist.

Die Lebensweise ist unglaublich bescheiden, unsere T-Shirts, Brillen, Reis, Milchpulver, Seile und Angelhaken werden freudig entgegengenommen. Auch der Fischer, der noch am Morgen mit uns geschimpft hat, weil wir genau an der Stelle geankert haben, wo er das Netz auslegen wollte, ist auf einmal sehr nett. Fasziniert sind wir von den vielen Vögeln um uns herum. Reiher, Ibisse, Kormorane und Pelikane suchen am Strand und im seichten Wasser nach Futter und lassen sich durch unsere Anwesenheit kaum aus der Ruhe bringen.
Beim Spaziergang am nächsten Tag treffe ich Frauen mit kleinen Kindern. Ich wandere auf schmalen Pfaden inseleinwärts einen Berg hinauf und sehe ein großes Gebäude. Eine Kinderschar kommt mir entgegen, mit allen muss ich abklatschen. Sie begleiten mich voll Stolz zu ihrer Schule, wo mich ein sehr netter Lehrer empfängt. Erstaunt fragt er mich, wie ich hergefunden habe. Sieben Jahre werden die Kinder auf der Insel kostenlos unterrichtet, erzählt er. Für weitere fünf Jahre am Festland müßten sie Schulgeld bezahlen, doch können sich das nicht alle Eltern leisten. Sie leben nur vom Fischfang, was kaum fürs tägliche Leben reicht.
Vor der Insel San Antonio, die ebenfalls zum Bazaruto Nationalpark gehört, gehen wir noch einmal vor Anker. Ungewöhnlich hell erleuchtet ist die Küste am Abend. Beim Landgang sehen wir Nobelresorts mit privaten Pools bei jedem Bungalow. Die einheimischen Angestellten verdienen wahrscheinlich im ganzen Jahr weniger als die vornehmen Gäste für ihren Urlaub ausgeben. Trotzdem schätzt sich jeder glücklich, der hier Arbeit findet.
Wir segeln weiter Richtung Süden, schließlich wollen wir bald nach Südafrika kommen. Das Wetter ist aber recht launisch, schon wieder baut sich ein Tiefdruckgebiet mit starkem Südwind auf. Zwei Tage werden wir in Inhambane, einer Halbinsel an der Küste von Mozambique, abwarten, bis diese Front durchgezogen ist.

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