Auf diese Überfahrt haben wir uns gut vorbereitet und bereits am Abend vor der Abfahrt begonnen, Stutgeron gegen Seekrankheit zu schlucken. Das Korallenmeer begrüßt uns mit zwei bis drei Meter hohen Wellen, die uns aber beiden nichts anhaben können und Felix schwingt elegant darüber hinweg.
Den strahlenden Sonnenaufgang heute habe ich verschlafen. Meine Wache beginnt erst um sieben Uhr. Eine Hand voll kaltes Wasser ins Gesicht, Zähne putzen, kurz räuspern und schon checke ich bei Winfried über Kurzwelle auf 10090 ein. Täglich bringt unser Freund aus Deutschland in der Wetterrunde die Vorhersage für den südlichen Pazifik und individuell für jeden Segler, der sich auf dieser Frequenz meldet. Wir steuern auf eine Front zu mit relativ schwachen, aber umlaufenden Winden. Im Westen ziehen Wolken auf und mit ihnen bald die ersten Regentropfen. Ein Zwischenstopp im Chesterfield Riff würde nichts bringen, weil das unstabile Wetter genau über diesem Gebiet hängt. Bis morgen Mittag soll sich der Wind wieder auf Südost einpendeln.

Zu Mittag dünste ich Zwiebel, Knoblauch und frischen Ingwer, der bei Seegang für guten Magen sorgt, und mische das Ganze mit selbsteingekochtem Thunfisch. Ein schmackhafter Auflauf aus Yams und Käse ergänzt das Sonntagsmenü. Wir haben fast zu viel Verpflegung an Bord, die wir nicht in Australien einführen dürfen. Vor allem die Staude Bananen müssen wir unbedingt noch essen. Es wäre doch schade, die leckeren Früchte in der Mülltüte der Quarantänebehörde verschwinden zu sehen.



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