Um vier Uhr morgens sehe ich schräg voraus an backbord einen schwachen Schein. Das müssen die Ankerlichter der Boote im Minerva-Riff sein. Um sieben Uhr sind wir auf Höhe der Riffeinfahrt und wissen immer noch nicht, ob wir abbiegen sollen. Gerne würden wir Winfrieds Vorhersage abwarten, sein Funknetz beginnt aber erst in einer Stunde. Über UKW rufe ich unsere Freunde von "Kestrel", die mit einigen anderen uns gut bekannten Seglern seit Tagen an diesem abgelegenen Ort auf das ideale Wetterfenster warten. "Es ist schön hier, kommt doch rein", meint Isolde. Sie vertreiben sich die Zeit mit schnorcheln, Riffspaziergängen bei Niederwasser und gemeinsamen Grillabenden. Die herrlichen Tomaten und frischen Früchte, die wir vom Markt in Nukualaofa an Bord haben, wären dabei recht willkommen.

Doch wir müssen sie enttäuschen. Wetterfrosch Winfried sieht für die Überfahrt wechselhafte Windrichtungen um die zehn bis fünfzehn Knoten, dafür aber ziemlich sicher keine Starkwinde. Irgendwie werden wir das schon schaffen. Der Entschluss steht endlich fest. Mit Kurs 216° steuern wir Neuseeland an.

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