1. März: Anker auf im Morgengrauen - Kurs Süd zu den Similans, 50 Seemeilen.
Nur schwacher Wind weht aus Nordost. Wir setzen Groß und Genua und machen uns ein gutes Frühstück auf See. Kaum ist das Geschirr abgewaschen, sehe ich, dass sich die Angelrute kräftig biegt. Fisch!!! Lois kurbelt unseren Fang vorsichtig näher und ich hole das Netz, ein großes Schaffel, ein Zangerl und den bewährten Hochprozentigen in der Sprühflasche. Kurz darauf können wir einen Thunfisch anlanden, der für etwa vier Mahlzeiten reicht. Auf dem Weg zu den Surins haben wir mit zwei Angeln gefischt und gleichzeitig zwei Bonitos mit knapp 2 Kilos gefangen. Endlich gibt es an Bord außer Nudeln, Kartoffeln und Gemüse auch wieder frischen Fisch.

Sembilan bedeutet auf malaysisch neun. Danach sind die 9 Inseln der Similans benannt und von Süd nach Nord nummeriert. Wir erreichen am späten Nachmittag diese wunderschöne Inselgruppe mit ihren auffallenden runden Felsen und blendend weißem Sand. Die Mooringbojen auf Nummer acht sind alle von Tauchbooten und Seglern belegt, darum suchen wir uns in der "Donald Duck Bay" einen geeigneten hellen Fleck, also sandigen Untergrund, zum Ankern. Ganz entspannt genießen wir die Atmosphäre mit Blick auf den Felsen, der angeblich wie ein Schuh oder die berühmte Ente ausschaut und wollen den Tag ausklingen lassen. Irrtum! Ein energischer Nationalpark-Ranger kommt im Schlauchboot auf uns zu und erklärt unmißverständlich, dass hier in der Bucht ankern verboten ist. Auf Nummer 9 ist noch eine Mooring frei. Zuerst sind wir enttäuscht, doch schließlich recht froh über den viel ruhigeren Liegeplatz - zumindest während der Nacht. Tagsüber füllt sich die Bucht mit Speedbooten, die zum Bersten voll sind mit Schnorchlern. Schnell sind auch hier alle Bojen belegt, also werfen sie einfach eine Leine zu uns herüber und liegen bald im Paket hinter Felix. Vom strengen Ranger erhalten wir dafür einen Pluspunkt, den ich aber gleich wieder verliere, weil er mich dabei erwischt, wie ich den kleinen Sandstrand betreten will, wo angeblich die Schildkröten ihre Eier vergraben. Sorry! Wenigstens haben wir den Eindruck, dass wir unsere Nationalparkgebühr nicht umsonst bezahlen und die Natur auf den Similans tatsächlich geschützt wird.

Ein Monat ist vergangen, seit wir uns von Tom, Sonja und Keanu verabschiedet haben. Anfang März wollen sie auf die Andamanen segeln und auf diesen zu Indien gehörenden Inseln tauchen gehen und vielleicht auch Wale beobachten. Wenn sie ihren Kurs um wenige Grad nach Norden ändern, könnten wir uns noch einmal treffen. Wir segeln acht Meilen nach Süden und machen an einer Mooring westlich von Koh Miang, der Nummer 4, fest. Zwei Inselchen im Osten, Nr. 5 und 6, schützen uns vor Wind und Schwell. Am Nachmittag des 4. März taucht ein weißes Pünktchen am Horizont auf, aus dem nach Stunden ein stolzer Wharram-Kat wird. Keanu, der kleine Capitanito, winkt schon von Weitem. Pakia tea macht längsseits bei uns fest für ein paar sehr gemütliche Stunden, bevor sie am frühen Morgen wieder Segel setzen und weiterziehen. Lange schauen wir ihnen nach, bis wir die Mastspitze aus den Augen verlieren.

Viele Stunden verbringen wir im kristallklaren Blau. Die großen Felsbrocken setzen sich auch unter der Oberfläche fort. Bunte Korallen finde ich beim Schnorcheln kaum, mische mich aber gerne unter die farbenfrohen Fischlein und genieße die Badewannentemperatur des Wassers.

Seit einigen Tagen ankern wir vor Koh Lanta Yai, etwa 120 Meilen südöstlich der Similans. Nur knapp 4 Meter tief ist das Wasser, trotzdem können wir den Untergrund nicht sehen. Die weite Bucht mit feinstem Sandstrand ist ein ruhiges Urlaubsziel. Am Abend, wenn die Lichter angehen, klingt gedämpfte Musik von den Resorts zu uns herüber. Der Horizont ist erhellt von unzähligen Fischerbooten und darüber leuchtet unser Freund Orion um die Wette mit dem zunehmenden Mond. Trotz starkem Wind liegt Felix beinahe bewegungslos im Schutz der langgestreckten Insel. Für die nächsten Tage müssen wir ebenfalls unsere Ankerplätze sorgfältig auswählen. Der Wind soll laut Vorhersage anhalten. Einige Inseln wollen wir auf dem Weg nach Langkawi noch besuchen, dann werden wir diese eher kurze Segelsaison wieder in der Rebak Marina beenden.

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