Das Sternbild Centaurus begleitet uns durch die Nacht und ist mit dem Kreuz des Südens, das es umschließt, ein untrügliches Zeichen - wir nähern uns dem Äquator. 00°21´N 087°40´W ist am Nachmittag unsere Position. Es wird spannend. Der Sekt ist schon eingekühlt. Der äußere der beiden Weisersterne heißt Alpha-Centauri und ist ein Fixstern am südlichen Sternenhimmel. Der Erde ist er von allen Fixsternen am nächsten gelegen, nur lächerliche 4,3 Lichtjahre entfernt. Orion steht gegen Mitternacht immer noch beeindruckend über uns. Er wird es mir hoffentlich verzeihen, dass mich das magische Kreuz des Südens, das in der Verlängerung seines aufrecht stehenden Balkens zum Himmels-Südpol weißt, im Moment mehr begeistert. So ist das eben mit guten alten Freunden. Aber keine Sorge, ich werde dich nicht vergessen, genausowenig wie den großen Wagen und besonders den Nordstern, der bald nicht mehr zu sehen sein wird.
Morgen ist Vollmond. Je runder der Mond wird, umso länger leuchtet er uns durch die Nacht. Nur die hellsten Sterne bleiben in seinem Schein sichtbar. Der Halbmond ist schon gegen zwei Uhr am westlichen Horizont verschwunden, jetzt verabschiedet sich der treue Erdenbegleiter erst kurz vor Sonnenaufgang. Plötzlich ist der Himmel mit tausenden Sternen überzogen und das Band der Milchstraße strahlt über uns.
Bald lichtet sich der östliche Horizont. Um 6 Uhr 40 sollte die Sonne aufgehen, muss sich aber erst durch einen schmalen Wolkenstreifen kämpfen. "Guten Morgen!" Nicht lange kann ich das Schauspiel verfolgen. Zu grell sind die Strahlen des wärmenden Himmelskörpers. Am Äquator sind Tag und Nacht genau gleich lang. Kurz vor 19 Uhr wird die Sonne an unserer Steuerbordseite untergehen. Ob sie in die Wolken eintaucht oder als Feuerball direkt den Horizont küsst, wir lassen uns keinen "Sundown" entgehen.

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