Mit viel Fantasie und Optimismus deutet die Vorhersage auf Wind in den nächsten Tagen hin. Der 1. April scheint uns ein idealer Termin für den Abschied von den Perlas zu sein - ganz ohne Scherz. Kurz nach Sonnenuntergang, um 18Uhr50 Ortszeit, lichten wir den Anker. Dieter von der Insel bläst kräftig in seine Dröhte. Tschüß, macht`s gut! Mono Ahumado, sein zwinkernder Felsenaffe, wird auf uns aufpassen.
Wir sind wieder auf großer Fahrt. 840 Seemeilen liegen vor uns bis San Christobal auf Galapagos. Unter Groß und Genua macht Felix bei 9 Knoten Wind aus Südost immerhin 5 Knoten Fahrt. Na also, geht doch! Bei meiner mitternächtlichen Wache schläft der Wind ein. Ich starte den Steuerbordmotor und räume die Genua weg. Ist auch nicht schlimm, damit haben wir gerechnet. Die Nacht ist nebelig feucht und stockfinster. Unbeleuchteten Fischerbooten möchte ich da nicht begegnen.

Von 5 Uhr bis 8 Uhr früh bin ich wieder im Cockpit. Langsam wird es hell, das ist mir lieber. Ich gehe kurz ins Bad und traue meinen Augen kaum, als ich wieder zurückkomme. Riesige Buckel schauen an steuerbord aus dem Wasser, ganz knapp am Boot. "Lois, komm` schnell!" Ganz ruhig bewegen sie sich, tauchen ab und wieder auf. Das sind mehr als zehn - aber sicher keine Delphine, nein - Buckelwale! Ich schnappe mir den Fotoapparat. Schnell, Tele drauf, abdrücken, sch... - geht nicht! Der Akku ist leer. Die schwarzen Riesen warten natürlich nicht so lange. Sie ziehen weiter Richtung Osten und sind bald nur noch als Punkte zu sehen.

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