30 Tage / 5050 km
Sanft schaukelt die Fähre bei blauem Himmel über die Cook Strait zurück nach Wellington. Nach einer unruhigen Nacht, in der wir erst beim dritten Anlauf einen relativ ungestörten Schlafplatz in einer Nebenstraße von Picton gefunden haben, schälen wir uns vor Sonnenaufgang aus unseren kuscheligen Schlafsäcken. Richtig kalt ist es noch, aber schon um sieben Uhr müssen wir beim Check-in der "Bluebridge-Ferry" sein.

Im Abel Tasman Nationalpark sind am Dienstag nochmals unsere Wanderschuhe zum Einsatz gekommen. Von der Wainui Bay im Norden führt der Weg mit wunderschönem Blick über die Bucht zur Whariwharangi Hütte. Die Namen sind teilweise echte Zungenbrecher und schwer zu merken. Zumindest erinnern sie daran, dass das Land ursprünglich von Maoris besiedelt war, bevor der DOC (Department of Conservation) in großflächigen Nationalparks den Schutz der Natur übernommen hat. Zahlreiche Schilder geben Auskunft über Tier- und Pflanzenwelt und weisen uns Touristen darauf hin, was wir zu tun und zu lassen haben.
Die verspielten Robben, zierlichen Seeschwalben und flinken Kormorane am "Separation Point" entlohnen uns für den langen Marsch bergauf und bergab. Über Felsen und feine Strände der Golden Bay, die zu dieser Zeit nicht mehr zum Baden verleiten, kehren wir mit schmerzenden Waden zurück zu unserem Jimmy.

Gestern hat sich die Südinsel zum Abschied von ihrer besten Seite gezeigt. Kurve rechts, Kurve links fahren wir durch das Fjordgebiet des Marlborough Sound, erst auf Asphalt, dann über rumpelige Schotterstraßen nach Titirangi. Anfangs erlaubt uns dichtes Buschwerk nur ganz selten einen Blick auf die Umgebung und unsere Gesichter werden immer länger. Schließlich lichten sich Farne und Totarabäume und die Fjordlandschaft liegt in voller Pracht vor uns. Titirangi ist eine Farm, eingebettet in eine weitläufige Bucht, die umrahmt ist von goldbraunen Hügeln, mit endlosem Sandstrand und dem Blick aufs blaue Meer vor der Haustür. Wer sich diesen Platz zum Leben ausgewählt hat, kann nicht klagen. Wir schlendern am Strand entlang, kochen uns ein einfaches Mittagessen und bekommen dabei Besuch von einem frechen Weka, das uns die Brötchen vom Ofen stibitzt. Hier könnten wir es länger aushalten, aber die Fähre ist schon gebucht.
Es wird Zeit, nach Picton aufzubrechen.

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