In den Mamanucas entdecken wir das Fidschi aus dem Reiseprospekt. Unzählige Hotelresorts füllen mit ihren Bures in nachgeahmtem Fidschi-Stil gepflegte Palmenstrände. Allerlei Sportgeräte schwirren durch die Luft und übers Wasser. Die Anlagen unter australischer Führung sind modernst ausgestattet. Dagegen wirken die wenigen Resorts weiter nördlich in den Yasawas sehr bescheiden.

Nach erholsamen Tagen an einem traumhaften Ankerplatz zwischen zwei unbewohnten Inselchen, der für die Geburtstagsfeier von Lois nicht besser sein könnte, motoren wir durch die Gruppe der Mamanucas und steuern Malolo Lailai an mit dem allseits gerühmten "Musket Cove Yacht Club". Beim Anblick der vielen Boote, die hier vor Anker oder an einer Mooring liegen, bleibt uns fast der Mund offen. Annick und Michael von "Lucie", die wir auf unserem Weg durch den Pazifik immer wieder treffen, versorgen uns mit diversen Tipps und Informationen über diesen fantastischen Platz. Für 1,-F$ plus 5,-F$ für die Crew erwerben wir die lebenslange Clubmitgliedschaft. Mit einem mal sind wir zurück in der sogenannten Zivilisation und nützen alle Vorteile. Wir bringen unseren lange angesammelten Müll an Land und füllen Dieseltank und Benzinkanister auf. Vor allem aber genießen wir einen echten Cappuccino und Espresso in einer Bar am Swimming pool mit Blick auf Palmen, Strand und Meer. Eine Kaffeemaschine haben wir seit zwei Monaten nicht mehr gesehen. In Fidschi wird Schwarztee getrunken oder höchstens Nescafe. Wir schlendern weiter und schlagen uns im nächsten Resort relativ günstig den Bauch beim leckeren Mittags-Buffet voll. Tauschen möchten wir mit den Hotelgästen allerdings nicht. Wenn wir von den stolzen Zimmerpreisen hören, kehren wir gerne auf unser schwimmendes Heim zurück. Die Verkäuferin in der Hotelboutique erzählt von ihrer Tochter, die in Taveuni verheiratet ist. Ihre Enkel, die dreijährigen Zwillinge, hat sie noch nie gesehen. Mit ihrem knappen Verdienst kann sie sich die Überfahrt nicht leisten. Wir haben genug gesehen und lichten bereits nach zwei Tagen wieder den Anker.

Lautoka, die Hafenstadt im Westen vom "Mainland" Viti Levu, ist zwar nicht schön, aber erfüllt von echtem Leben. Über abgetretene Betonstufen erklimmen wir die Queenswharf und marschieren, ausgerüstet mit Rucksack und Einkaufswagen, in die Stadt. Ein eigenartig süßer Geruch liegt in der Luft. Vor der "Sugarmill" warten hunderte mit Zuckerrohr beladene Kleinlaster. Tag und Nacht arbeitet die Mühle. Das gemahlene Zuckerrohr türmt sich zu einem gewaltigen Berg. Schaut echt gut aus, wie hoch oben eine Planierraupe den süßen Berg gleichmäßig verteilt.
In der riesigen Markthalle füllen wir unsere Taschen mit frischem Obst und Gemüse. Das Angebot ist großartig, die Preise günstig und die Verkäufer freundlich. Im Supermarkt arbeiten wir noch den Rest unseres Einkaufszettels ab und trotten beladen wie Packesel zum Dingi zurück.
Mitte nächster Woche wollen wir von Fidschi ausklarieren und weitersegeln nach Vanuatu. Wir werden also einige Tage in Lautoka verbringen und die Stadt erkunden. Am nächsten Morgen traue ich meinen Augen nicht. Felix ist völlig mit Ruß überzogen. Mein wenig begeisterter Blick trifft den qualmenden Schornstein der Zuckermühle. Eventuell bestehen da umwelttechnische Mängel...!? Wieder wird nichts aus meinen morgendlichen Gymnastikübungen, stattdessen beginne ich den Tag mit Großreinemachen. Nichts wie weg hier! Eine kleine Insel ist der Stadt vorgelagert. Hier ist es wesentlich ruhiger und das Rußproblem hoffentlich gelöst. Die längere Dingifahrt nehmen wir gerne in Kauf. Noch einmal stürzen wir uns in den Trubel. Wir schauen bei Rugbyspielen zu, bewundern prunkvolle indische Gewänder und glänzenden Schmuck in den Schaufenstern der Einkaufsstraße und kommen staubig und verschwitzt wieder aufs Boot. Der Rußbelag am nächsten Morgen ist nicht gar so schlimm, die schwarze Pracht erreicht uns aber immer noch. Sehr super! Wir verziehen uns schleunigst in eine Bucht vier Meilen südlich von Lautoka und können endlich wieder durchatmen.


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