Entlang der Westküste von Belitung suchen wir uns noch zwei ruhige Ankerplätze. Das Wasser ist grundsätzlich kaum tiefer als 5 Meter, sodass wir uns sehr vorsichtig an die kleinen, vorgelagerten Inseln herantasten. Ausgedehnte Mangrovengürtel und zahlreiche Fischfallen trennen uns vom Ufer. Bei einem Gläschen Kokosmilch verfolgen wir, wie die Sonne malerisch versinkt, gehen bald ins Bett und sind um halb vier Uhr schon wieder auf den Beinen. 180 Meilen liegen vor uns bis Jakarta. Wir wollen sicher gehen, nicht wieder in der Nacht anzukommen.

 

Sehr gemütlich segeln wir den ganzen Tag nach Süden bei Wind aus Nord mit 10 bis 15 Knoten, zuerst mit Spinnaker und später mit unserem guten alten Parasailor. Am Abend ziehen dunkle Wolken auf, vereinzelt zucken Blitze. Der Wind bleibt zwar konstant, trotzdem bergen wir lieber das große Vorsegel, rollen nur die Genua aus und starten zusätzlich den Motor. Gegen Mittag taucht am nächsten Tag die Silhoutte von Jakarta auf. Vorbei ist es mit dem herrlich blauen Meer, das Wasser wird grau bis dunkelbraun. Gar kein erfreulicher Anblick! Zwischen rostigen Frachtern steuern wir die Batavia Marina an. Das markante Gebäude im Kolonialstil ist schon von Weitem zu erkennen. Dank Google-Earth wissen wir auch, dass die schmale Einfahrt links vom Wellenbrecher liegt. Putu, der Marinamanager, hält einen Liegeplatz für uns bereit und schickt seine Mitarbeiter zum Steg, um uns zu helfen. Eine freundlich lächelnde Dame steht daneben und reicht uns nach geglücktem Anlegemanöver ein kühles Tuch zur Erfrischung. Terima kasih - vielen Dank!

Obwohl wir bereits in Indonesien einklariert haben, müssen wir auch hier in Jakarta die Behörden aufsuchen. Zu Fuß machen wir uns auf die Suche nach Hafenmeister und Zollamt. Der Sicherheitsbeamte am massiven Einfahrtstor zur Marina versteht natürlich kein Wort Englisch, auch unser Infozettel von Putu mit den diversen Adressen sagt ihm wenig. Er deutet nach rechts und wir marschieren weiter. Müllhalden zieren den Straßenrand und dahinter sehen wir Wohnungen, die wenig einladend wirken. Der Kontrast zum eleganten Marinagebäude könnte nicht größer sein. Fröhliche, hübsche Kinder lassen Drachen steigen und laufen barfuß im Dreck. Ob wir so leben könnten? Nach mehreren mißglückten Versuchen finden wir schließlich das Hafenamt. Die Herren vom Zoll treffen wir nicht an. Sie sind gerade bei einem Meeting in der Marina, bei dem es um Vereinfachung der Formalitäten für Segler geht. Am Nachmittag fahren wir mit dem Taxi zum Tanjung Priuk, dem großen Hafen. Der Verkehr ist ein buntes Durcheinander von vielen Mopeds, Kolonnen von Autos und LKW´s. Zum ersten mal ist sogar Lois lieber Beifahrer. Stoßstange an Stoßstange, mit einem Finger auf der Hupe, bringt uns unser Fahrer zum Kantor Imigrasi (Einreisebüro) und danach in die "Old City". 9 Millionen Menschen leben in Jakarta. Der Blick aus dem Autofenster ist teilweise unfassbar. So viel Dreck und dazwischen Wellblechunterkünfte, verschiedenste Händler und armselige Ramschstände haben wir noch nie gesehen. Gleich daneben protzen Bankgebäude und riesige Shopping Malls.

Bei einem guten Kaffe im Manga Dua Square erholen wir uns von den verwirrenden Eindrücken und machen uns gestärkt auf zu einer Info-Tour durch den Supermarkt. In einer Woche fliegen wir für einige Zeit heim, müssen aber bei der Rückkehr wieder ordentlich für die Weiterfahrt Richtung Cocos Keeling bunkern.

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