Kaum sind wir von Penang aufgebrochen, stehen wir schon wieder. Besser gesagt, wir hängen in einem Fischernetz. Zwar sehen wir die Markierungen, denken aber, die Stehnetze sind so tief angebracht, dass wir leicht drüber kommen. Dieses leider nicht! Beide Triebe verfangen sich und Felix sitzt fest. Trotz Strömung gelingt es Lois nach längerem Kampf, mit dem Mooringhaken die Leinen zu lockern - wir sind wieder frei! Um solchen unliebsamen Zwischenfällen möglichst zu entgehen, wollen wir knapp neben der Schifffahrtsroute für die großen Frachter entlangfahren, also ziemlich weit weg von der malaysischen Küste. Womöglich werden wir Non Stop durchfahren und erst vor Singapur ankern.

 

Die erste Nacht beschert uns starken Regen und stundenlang heftiges Gewitter. Die größeren Schleppnetzfischer sind auch hier draußen unterwegs, sind beleuchtet wie ein Christbaum und würden für uns nie ihren Kurs ändern. Zwei mal kann ich nur mit Mühe ausweichen, weil ich durch die fehlende Navigationsbeleuchtung nicht erkennen kann, wohin sich das Fischerboot bewegt. Am Morgen ist der Himmel immer noch grau in grau, aber die ersten Sonnestrahlen blinzeln erfolgreich durch.

Der heutige Sonnenaufgang ist bilderbuchmäßig. Port Klang mit seinen vielen Frachtern liegt hinter uns. Bei Cape Rachado färbt sich der Himmel in Pastelltönen und kräftigem Orange. Ich schneide Obst fürs Frühstück und richte ein Müsli her. Der Kapitän macht noch ein Nickerchen. Das Geschirr ist gerade abgewaschen, da klettert der Windmesser unvermittelt auf 20, 25 Knoten und mehr. Mit voller Besegelung ist das zu viel. Schnell binden wir zwei Reffs ins Groß und verkleinern die Genua. Der Seegang nimmt unangenehm zu, Felix wird ordentlich durchgeschüttelt und mit Salzwasser geduscht. Haben unsere Gribfiles also doch recht gehabt. Genau vor Melaka scheint eine Schneise zu sein, die starke Winde begünstigt. Nach drei Stunden ist der Spuk vorüber - Flaute - wir müssen motoren.

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