Der Wetterbericht sagt konstanten Westwind für die nächsten Tage voraus. Danach soll der Wind drehen und gegenan kommen. Wir müssen also das gmeinsame Sonntagessen in Portimaao mit Berti von Largyalo absagen. Er schaut noch schnell vorbei auf einen Kaffee, noch einmal plaudern wir und tauschen Erlebnisse aus. Seit den Saintes bei Guadeloupe treffen wir uns immer wieder, verbringen schöne Stunden zusammen und sind bei den langen Überfahrten über Funk in e-mail-Kontakt. Liebe Grüße an Petra und Tschüß! Wir lichten den Anker und setzen die Segel.031 Portimaao

Nach wechselnden Winden, dann Flaute und schließlich 20 bis 25 Knoten Westwind unterstützt durch 3 Knoten mitlaufender Strömung pfeifen wir am Montag Abend mit 10 Knoten Fahrt an Gibraltar vorbei.032 the Rock

"The Rock" mit dem berühmten Leuchtturm "Europapoint" ist das Tor zum Mittelmeer. Wir sind zurückgekehrt, etwas wie Heimatgefühl macht sich breit. Die 250 Meilen bis Cartagena absolvieren wir in Rekordtempo. So eilig hätten wir es ja auch wieder nicht, aber beständiger Westwind um die 25 Knoten mit Spitzen bis 42 läßt Felix mit bis zu 16 Knoten über die Wellenberge surfen. Nur gut, dass Wind und Wellen mit uns laufen, sonst wäre es weitaus nicht so angenehm. Die aufgewühlte See ist ein idealer Tummelplatz für verspielte Delphine.033 Delphine

Immer wieder springen sie von Weitem auf uns zu und werfen sich zwischen die Rümpfe. Wir sind begeistert von der tollen Vorstellung, ein unvergesslicher Anblick. Nach einem letzten ausgedehnten Frühstück auf See rufe ich am Mittwoch gegen Mittag die YPC Marina in Cartagena, um unsere Ankunft zu melden. Sobald wir die Hafeneinfahrt passieren sollen wir nach rechts abbiegen und uns nochmals über Funk melden. Bald schon sehen wir den Marinero am Steg winken. Mit vereinten Kräften vertauen wir Felix am Steg, spannen die Moorings und liegen sicher und ruhig in der Marina. Welcome to Cartagena! 

035 Felix in Cartagena      

036 Prost

45.515 Seemeilen zeigt die Anzeige am Log. 11 Jahre sind vergangen, seit wir von Kroatien aufgebrochen sind. Wie oft wir ein- und ausklariert haben in den unzähligen Ländern rund um den Globus habe ich noch nicht nachgezählt, ist auch nicht so wichtig. Jedenfalls liegen erlebnisreiche Jahre hinter uns, mit vielen Hochs und auch manchen Tiefs.

Was bleibt sind die Begegnungen mit freundlichen Menschen aller Kulturen, egal welcher Hautfarbe oder Religion. Wir waren überall willkommen und wurden oft von unglaublicher Gastfreundschaft überrascht. Auch die Seglergemeinschaft haben wir schätzen gelernt, obwohl wir ganz gerne unseren eigenen Weg gegangen sind. Die zahlreichen Zugriffe auf unserer Homepage bezeugen, wieviele Freunde wir auf diese Art gewonnen haben. Das Schreiben der Berichte war für mich eine gute Möglichkeit, unsere schönen und auch weniger schönen Erlebnisse aufzuarbeiten.

Felix hat sich unter allen Bedingungen wacker gehalten und ist uns zu einem vertrauten, verlässlichen Heim geworden. Manchmal hat uns unangenehmer Seegang das Leben an Bord nicht leicht gemacht, doch wurden wir von wirklich starken Stürmen verschont, wofür wir ehrlich dankbar sind. Aus den langen Jahren auf See nehmen wir einen unvergesslichen Schatz an Erfahrungen mit, der unser Leben auch in Zukunft bereichern wird.

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