..liegen hinter uns. Ostwind mit vierzehn Knoten bläst den Parasailor auf und trägt uns unserem nächsten Ziel entgegen, den San Blas Inseln vor der Küste von Panama. Die hügelige Nordwestküste von Bonaire verschwindet am Horizont.
Ein sehr unerfreuliches Ereignis haben wir heute vor unserer Abreise miterlebt. Ich möchte zur Abkühlung noch kurz ins Wasser springen, da sehe ich im Norden des Bojenfeldes eine pechschwarze Rauchwolke. Ein Segelboot steht in Flammen. Der Anblick fährt uns tief in die Knochen. Es ist eine amerikanische Yacht. Die Besitzer sind gerade tauchen und ihr Hund kann zum Glück gerettet werden. Das Boot brennt vollkommen aus. Wie es dazu gekommen ist, erfahren wir nicht, werden aber in Zukunft noch sorgfältiger darauf achten, dass unsere Gasflasche zugedreht ist und die Adventkerzen lassen wir nicht aus den Augen, solange sie brennen.

Bonaire, das B der ABC-Inseln, gehört zu den Niederländischen Antillen und soll demnächst eine niederländische Provinz werden. Für uns viel interessanter ist aber, dass die Insel und das vorgelagerte Klein Bonaire von einem intakten Korallenriff umgeben sind. Damit das so bleibt, wurde das ganze Gebiet zum Marinepark erklärt. Ankern ist absolut verboten. Alle Segler müssen an den Moorings vor der Hauptstadt Kralendijk festmachen.
Wir sind in "Divers Paradise", was sogar auf den Autokennzeichen zu lesen ist. Tauchschulen gibt es an jeder Ecke und die Pickup`s mit Tauchausrüstung auf der Ladefläche gehören zum Straßenbild. Bevor wir die Unterwasserwelt erkunden dürfen, müssen wir uns von einer Tauchbasis für 25,- US Dollars ein Permit ausstellen lassen. Das Geld wird zur Erhaltung des Marineparks verwendet. Wir beladen unser Dingi mit Flossen, Flasche, Jacket und dem ganzen Gerödel und kommen mit unserem "großen" 10 PS-Motor auch mit Vollgas nicht mehr ins Gleiten. Unser Aktionsradius ist daher etwas begrenzt, trotzdem finden wir wunderschöne Tauchplätze und schweben zwischen beeindruckenden Korallenblöcken, lila- und orangefarbenen Schwämmen und neugierigen Fischen in glasklarem Wasser dahin.

Flamingos, Esel und Ziegen begegnen uns an Land bei unserer Inseltour mit dem Leihauto. Gut, dass wir nicht wasserscheu sind. Das Fetzendach von unserem Jeep ist zerrissen und ein neues ist leider nicht lieferbar. Zur Zeit regnet es auf Bonaire fast täglich, in der Mittelablage steht das Wasser und der Boden ist klatschnass. Die Miete wird dadurch aber nicht aufgeweicht. Stolze 49,- Dollar nehmen sie von uns ohne mit der Wimper zu zucken. Touristen gibt es genug hier und die Nachfrage bestimmt eben den Preis.
Die vielen Salzseen der Insel sind der ideale Lebensraum für Flamingos. Die schönen rosaroten Vögel mit den langen Beinen sind schwer zu fotografieren. Ständig haben sie den Kopf im Wasser und suchen nach den ebenfalls rosaroten Shrimps. Daher kommt angeblich auch ihre Farbe. Lois ist ganz begeistert von den meterhohen Kakteen an der Ostküste. Gleich biegt Lucky Luke mit seinem Pferd um die Ecke, meint er. Die wüstenhafte Landschaft übt einen seltsamen Reiz auf uns aus und bildet einen starken Kontrast zu den üppigen Regenwäldern, die wir in den letzten Monaten gesehen haben.

Bonaire ist nicht ganz billig aber sicher einen Besuch wert. Curacao und Aruba lassen wir an Backbord liegen und ziehen weiter Richtung Westen.

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