Das neu eröffnete Vespa`s Restaurant in unserer Marina bietet für alle Yachties, die brav an ihren Booten werken, ein günstiges Mittagsmenü an. Selberkochen ist bei diesen Temperaturen ohnehin undenkbar. Ich würde mit meinen Schweißtropfen jede Suppe versalzen. Am Montag gab`s Lamm, gestern gegrilltes Huhn und heute...werden Krabben serviert. Sollen wir wirklich? Skeptisch schauen wir unseren Tischnachbarn beim Essen zu. Warum nicht? Für alles gibt es ein erstes mal.
Bald steht eine Portion Scheren und sonstiger Bestandteile dieser Meerestiere, die wir gewöhnlich in seichten Gewässern und auf Hafenmauern beobachten, vor uns, angerichtet auf Teigflecken und übergossen mit einer würzigen, grünen Sauce. Ein Holzspieß und ein Gäbelchen sind als Werkzeug gedacht. Erst zögerlich, dann immer kühner machen wir uns ans Werk, brechen die Scheren auf und kitzeln mit viel Geduld das Fleisch heraus. Schmeckt zart, recht gut eigentlich! Allerdings sitzen wir beinahe eine Stunde vor unseren Tellern. Das artet schon fast in Arbeit aus und satt wird man höchstens von den Nudeln.
Meine Hände sind voll Sauce, ich komme mir ziemlich kanibalisch vor. Da läutet auch noch das Telefon in meiner Hosentasche. Lois hat schon wieder saubere Finger. Er fischt das Telefon aus meiner Tasche und hält es mir ans Ohr. Aaron ist dran. Er hat unser Kurzwellenfunkgerät und den Tuner in seinem Geschäft getestet und sagt, er kommt gleich bei uns vorbei, um auch noch die Verbindung zur Antenne zu kontrollieren. "That`s great, ok!" Ich bitte ihn, noch eine halbe Stunde zu warten, wir sind gerade beim Lunch. Nur gut, dass er mich nicht sehen kann...

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