Seit einer Woche hüpfen wir entlang der Ostküste Malaysiens von Insel zu Insel, von einem kitschigen Ankerplatz zum nächsten. Die Motoren brummen abwechselnd. Entweder wir haben gar keinen Wind oder zu sehr gegenan. Die langfristige Vorhersage ändert sich täglich und stimmt eigentlich nie. In der Umstellungszeit von Südwest- auf Nordostmonsun gibt es keine verlässliche Prognose. Schwarze Wolken bescheren uns immer wieder heftige Regengüsse begleitet von Blitz und Donner.

Am heutigen 26. Oktober motoren wir fünfzig Meilen von der Insel Kapas bis Perhentian. Aus Gewohnheit legen wir die Angel aus, gefangen haben wir schon länger nichts mehr. Gerne hätte ich ein österreichisches Feiertagsessen gezaubert, mir fehlen dazu aber leider die Zutaten. Fleisch gibt es an Bord nur in Form von "Corned Beef" für den äußersten Notfall. Ein langes "Drrr" ... wir horchen erstaunt auf. Da scheint wirklich ein Fisch gebissen zu haben. Lois kurbelt den Fang heran, ich stehe mit dem Kescher bereit und schwupp, landet ein schöner Wahoo auf der Badeplattform. Ein Schluck Tequila ins Maul lässt ihn nicht lange zappeln und Lois beginnt bald, ihn auszunehmen und zu filletieren. Der Wahoo gehört mit seinem hellen, festen Fleisch zu unseren Favoriten. Ich schneide aus den Fillets flache Stücke. In Mehl-Eier-Brösel paniert ähneln sie fast einem Schnitzel, dazu Petersilerdäpfel und Salat. Was brauchen wir mehr? Ach ja, ein kühles Bier zum Runterspülen und als Nachspeise Marmorkuchen und Kaffee. Nasi Goreng, Lammcurry und alle diese exotischen Speisen schmecken auch wunderbar. An manchen Tagen muss es aber schon nach Heimat duften. Wir sind und bleiben eben Österreicher, egal wie lange wir über die Meere segeln.

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