Tumakohua, der Riffpass im Süden von Fakarava ist ein Geheimtipp unter Tauchern. Bei Flut und einlaufender Strömung machen wir unser Dingi an der Boje in der Mitte des Passes fest. Zuvor haben wir uns bei Marc vom Dive-Center "Tetamanu" über die örtlichen Bedingungen informiert. Entlang der Boje tauchen wir ab auf fünfzehn Meter und strampeln langsam zur Passmitte. Das Dingi haben wir dabei an einer langen Ankerleine im Schlepp.

Plötzlich sehen wir sie. Lois verankert das Dingi und auch wir suchen auf achtundzwanzig Meter an einem Felsen Halt in der Strömung. Hätten wir nicht den Atemregler, würde uns vor Staunen der Mund offen bleiben. Massen von grauen Riffhaien ziehen in knapper Entfernung an uns vorbei. Kaum zu glauben, dass das Realität sein soll! Wahrscheinlich höre ich gleich die monotone Stimme des Sprechers von "Universum". Einer dieser eleganten, silbernen Körper steuert auf mich zu und ändert erst den Kurs, als ich ausatme und Luftblasen aufsteigen. Ich muss sagen, das ist doch sehr real, aber auch beruhigend zu sehen, wie wenig Interesse diese Haie für uns sonderbare blubbernde Lebewesen in Neopren zeigen. Nach zwanzig Minuten mahnt unser Computer zum Aufstieg. Länger sollte ein Taucher nicht in diesen Tiefen bleiben. Lois wird vom Dingi in der Strömung schnell zurück ins Atoll gezogen. Ich folge etwas langsamer und erfreue mich im Vorüberschweben noch an den vielen, bunten Fischen am Riff. Durch die Faszination, die von den hunderten Haien ausgeht, haben wir unsere kleinen Freunde ganz übersehen.

Noch vor wenigen Wochen hätten wir so einen Tauchgang nicht um viel Geld gemacht. In den Tuamotus treffen wir jedesmal beim Schnorcheln und Tauchen auf Haie, meistens Schwarzspitzen- oder Weißspitzenriffhaie. Obwohl wir uns mit der Zeit an ihren Anblick gewöhnt haben, begegnen wir diesen Tieren nach wie vor mit Respekt und wissen, sie sind uns in ihrem Lebensraum ohne Frage überlegen. Die Arten, auf die wir bisher gestoßen sind, haben sich ihren schlechten Ruf jedenfalls nicht verdient. Wir würden uns wünschen, dass sie weder gefüttert noch gejagt, sondern einfach in Ruhe gelassen werden.

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