14:00 UTC, Wind NE 15 Kn; See 3 m; Kurs 265°
von Tom
Wenn man so darüber nachdenkt, ist es ziemlich fantastisch. Wir sind ein winziges Pünktchen mitten in einer endlosen, menschenfeindlichen Wasserwüste. Jedem von uns kommt gelegentlich der Gedanke, wenn wir während einer einsamen Nachtwache ins badewarme Kielwasser schauen - "Wenn ich reinfalle, bin ich tot..."
Die Wellen sind so laut, in den Kojen der Schlafenden wäre vermutlich nichts vom Schreien zu hören. Und nach ein paar Minuten schon wäre man in der Dunkelheit unmöglich zu finden.
Trotzdem leben wir im reinsten Luxus und haben alle Annehmlichkeiten eines zivilisierten Lebens, wie zu Hause (außer Fernsehen, aber das fehlt nicht wirklich ;-))
Wir haben unsere Schlafzimmer mit großen, trockenen Betten (wenn ich nicht mal wieder die Luke offen lasse...). Wir haben zwei Badezimmer mit Klo, Süßwasser liefert die Meerwasser-Entsalzungsanlage. Wir haben einen großen Kühlschrank und eine voll ausgestattete Küche, den elektrischen Strom liefern uns Photovoltaik-Zellen und Windgenerator. Elektronisches Spielzeug gibt's auch zur Genüge, von den Navigations- und Messinstrumenten bis zu Laptop-Computern. Und bei den gemeinsamen Essen drei mal am Tag sitzen wir gemütlich in unserem geräumigen Wohn-Esszimmer am großen Tisch zusammen. Wenn's nicht so schaukeln würde, wäre es wirklich wie daheim.
Ganz nebenbei legen wir auch noch beachtliche Strecken zurück und das fast ganz unabhängig von Kraftwerken, Tankstellen und Straßen. Es wäre interessant, für eine solche Lebensweise mal den ökologischen Fußabdruck auszurechnen. Ich glaube, wir würden ziemlich gut abschneiden.

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