14:00 UTC, Wind ENE 20 Kn; See 4 m; Kurs 240°
von Sonja
10h30 - Lois und Tom setzen den Parasailor. Majestätisch schwebt das blauweiße Segel vor dem mit kleinen Schäfchenwolken überzogenen Himmel. Ich setze Kappe und Sonnenbrille auf und mache es mir an Deck bequem. Tom sitzt neben mir mit einem Buch am Schoß und Sonne streckt sich mit einem Schmöker auf der Liegematte aus. Auch der Käpt`n gesellt sich zu uns, verlässt aber bald sein Sonnenplätzchen. Ein prüfender Blick sagt ihm, dass Niederholer und Schot an Backbord verdreht sind. Passiert immer wieder - aufpassen!
Ich betrachte leicht besorgt die Wolken. Über den harmlosen Bällchen zeigen sich im Südosten zerzauste Katzenhaare. Das könnte auf stärkeren Wind hinweisen. Unser braver Parasailor verträgt durch die Öffnung im oberen Drittel Böen besser als ein Spinnaker. Gestern haben wir allerdings bei knapp dreißig Knoten Wind gemeinsam hart zu kämpfen gehabt, um das große Ding zu bergen. Wie ein wilder Stier hat es sich dagegen gesträubt. Mit einer starken Crew können wir solche Aktionen riskieren, zu zweit wären wir vorsichtiger.
"Heute kochen wir", verkündet Sonne. "Nudeln mit Zucchinisauce, wenn`s recht ist." "Viele Nudeln", meint Tom, denn Hunger haben wir immer. Ist mir sogar sehr recht! Mein Schwammerlgulasch mit Semmelknödel von gestern war nämlich ein Balanceakt erster Klasse und hätte mich bald geschafft. Trotzdem hat es gezeigt, dass ich mich schon an die Schiffsbewegungen gewöhnt habe.
Ich denke, wir fühlen uns alle recht wohl und genießen diese Weihnachtsfeiertage der anderen Art, wo die Sonne warm vom Himmel scheint und die festlich geschmückte Stube sich in den Atlantikwellen wiegt.

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